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Musikfassung - Metropolis

Die Musikfassung zu „Metropolis“ für Flügel, großes Schlagwerk, Loops und Live-Elektronik ist von Wilfried Kaets neu komponiert und verbindet filmmusikalisch - dramaturgische Zugänge und Strukturen der Stummfilmzeit mit einem neuen kompositorischen Blick.

Sie nutzt dabei die Bandbreite alter und neuer harmonischer, rhythmischer, melodischer und klangfarblicher Kompositionstechniken und verstärkt in eigendynamischer Schicht etwa den innerlich aufgewühlten Prozess, der in den Menschen und soziale Strukturen unter der vordergründig sachlichen Oberfläche brodelt.

Dadurch folgt sie zum einen den musikdramaturgischen Gesetzmäßigkeiten der historischen Stummfilmmusiker (z.B. hinsichtlich gewählter Leitmotivik oder der musikalisch-motivischen Bindung filmisch zusammengehöriger Sequenzen zu Szenen und Akten...), gibt aber durch neue, teils sehr experimentelle Klanglichkeiten (Farben, Harmonien, Geschwindigkeiten oder Rhythmen..) einen Blick in die zeitgenössische kompositorische Werkstatt.

Die Musik beschreibt Räume und emotionalisiert diese (z.B. die düstere Tristesse der Arbeiterwelt).

Sie setzt Ausrufezeichen und dimensioniert Personen, um deren innere/äußere Entwicklungen anzudeuten bzw. vorwegzunehmen.

Die Filmmusik gliedert die Szenen, indem über einer zusammenhängenden inhaltliche Sequenz ein wiederkehrendes Motiv abgewandelt wird oder eine erkennbare Klangfarbe Zusammenhalt schafft.

Dadurch gelingt eine Balance „alter Bilder“ und „neuer Töne“, die aber nicht einfach kontrapunktisch neben oder „gegen“ den Film lauf, sondern eine dramaturgisch stimmige Verzahnung erzeugen.