Kinofassung in filmhistorisch korrekter Geschwindigkeit und originalem Format auf Großleinwand.
Zweitprojektion auf separate Leinwand mit neu übersetzten deutschen Zwischentiteln.

Uraufführung einer neuen Musikfassung für Orchester, Solisten, doppeltes Schlagwerk, Flügel, Cembalo, Orgel und Chor von Wilfried Kaets

Regie: Cecil B. de Mille
Drehbuch: Jeanie Macpherson
Kamera: John Peverell Marley

Darsteller: 
H.B. Warner - Jesus Christus
Dorothy Cumming - Maria, Mutter Jesu
Jacqueline Logan - Maria Magdalena
Joseph Schildkraut - Judas Iskariot
uam.

Kurzhandlung: 
Die Kurtisane Maria Magdalena ist zornig als ihr Liebhaber Judas Iskariot nicht zu ihrem Fest kommt, weil er Jünger Jesu geworden ist. Sie geht zu diesem Jesus, wird selber gläubig und erlebt die biblische Geschichte mit bis zur Kreuzigung Jesu Christi und seiner Auferstehung...

Die Rochuskirche
ist ein Ort, an dem zeitgenössisches und experimentelles Geschehen ein Forum hat und gefördert wird. 
In dieser Reihe unter dem Thema "Intermediale Grenzgänge - Begegnung von Farbe, Klang, Bewegung, Licht und Wort" wurden in den vergangenen 17 Jahren verschiedenste Projekte realisiert, von Tanzperformances über Kunstausstellungen bis hin zu Konzerten mit Musikern und Tänzern aus allen Erdteilen.

2007 wird mit "King of Kings" ein jahrelang verschollen geglaubter bedeutender Stummfilm über das Leben Jesu Christi zurück auf die Leinwand geholt, zu dem Wilfried Kaets eine neue Musikfassung komponiert hat, die dem opulenten Geist der historischen Stummfilmmusikpraxis nachspürt, den stummen Bildern aber auch eigengesetzlichen neuen Atem einhaucht. 

Cecil Blount DeMille (1881-1959) 
Seine Schaffensperiode reichte von der Stummfilmära bis ins Hollywood-System der 50er Jahre. Seine Karriere in Hollywood - vom Laufburschen bis zum Produzenten von Multimillionendollar-Filmen - war wohl einzigartig.

Er ging vor allem als Regisseur und Produzent von Bibelfilmen und historischen Monumentalfilmen in die Filmgeschichte ein. Er drehte Großproduktionen mit ungeheurem Aufwand an Statisten und Dekor, die durch den Luxus ihrer Ausstattungen auffallen sollten und durch die Faszination ihrer Schauplätze, sei es die Wüste oder eine Westernstadt. 
Generell ist sein Schaffen stark von biblischen Motiven geprägt, vom frühen Jesusfilm "Der König der Könige" über "Samson und Delilah" bis "Die Zehn Gebote", die allesamt auch große Publikumserfolge waren.
Seine grandiosen Bilderbögen zeigen Sinn für Massenregie, Bildaufbau und spektakuläre Wirkungen.

Seine grandiosen Bilderbögen zeigen Sinn für Massenregie, Bildaufbau und spektakuläre Wirkungen.

Die Musikfassung
folgt den besonderen dramaturgischen Aufgaben der Musik im Stummfilmkino: sie ist das verbindende Element zwischen Film und Musik.
Sie ist Dialog- und Geräuschersatz , Stillefüller im Raum; sie gliedert die Bildsequenzen wie Kapitel in einem Buch, stützt die innere und äußere Bewegung (schafft Atmosphäre, bildet Emotionen ab, fängt Stimmungen ein, ermöglicht z.B. das Vorausahnen späterer Ereignisse).
Musik ist die adäquate "Kulisse" zur Verlebendigung einer stummen zweidimensionalen "Ungeheuerlichkeit", sie erzeugt "Wirklichkeitsnähe " der gemeinsam auf der Leinwand betrachteten und gefühlten Emotion.
Die Musik wird dabei dramaturgisch angepasst an die filmischen Szenen:
- in großen dynamischen Spannungsbögen und szenischen Details
- in ordnender Bewegung durch die strukturellen und inhaltlichen Handlungsebenen des Films
- in der Ganzheit der harmonisch-melodischen, rhythmischen , klangfarblichen und dynamischen Gestaltungsmittel
So wählt Kaets z.B. für die Person des Jesus eine im Trio einer quasi "musikalischen Dreifaltigkeit" stets unisono erklingenden Farbe von Sopran (oral) Querflöte (labial) und Klarinette (lingual) als reduziertest mögliche Kernfarbe umfassendem atembezogenen Musizierens. 
Es wechseln " bürgerlich"-schlichte Kompositionen in Harmonie, Melodie und Rhythmus (z.B. wo Jesus "sehr menschlich" mit Kindern im Garten sitzt) mit aggressivsten Ballungen aller zur Verfügung stehenden Parameter (etwa bei der Kreuzigungssequenz).

Die Musik soll dabei immer schon "auf der ersten Ebene" wirken (also z.B. ein Gefühl der Trauer oder Verlassenheit erzeugen beim Betrachter), geht aber in ihrer kompositorischen Struktur bewusst deutlich darüber hinaus: so verändern (verlängern) sich beispielsweise die musikalischen Taktstrukturen unmerklich immer dann, wenn Jesus Wunder wirkend in das Geschehen eingreift - er und sein Handeln sind eben nicht von dieser Welt und können sie und unsere Wahrnehmung davon verändern.
Das Kernthema von Chor und Orchester, das im Film immer wieder erklingt und Jesu lichtvolle und heilende Erscheinung begleitet, heißt "Lux calida - salvator mundi" (Warmes Licht, Retter der Welt). und folgt der Idee, Lichtstrahlen und seine warmen bis gleißenden Reflexionen zu verklanglichen.
Mitwirkende:
Ein gemeinschaftliches Kulturprojekt der Rochuskirche mit der RochusMusikschule e.V. (RMS) 

RochusChor 

Suzanne Thorp: Sopran (Dozent RMS)
Norbert Rodenkirchen: Querflöte
Peter Junk: Klarinette (Dozent RMS)
Matthias Haarmann: Konzertorgel
Steffen Paesler: Flügel (Dozent RMS)
Thomas Roß: Cembalo
Nobert Krämer: Schlagwerk (Dozent RMS)
Ralf Kurley: Schlagwerk (Dozent RMS)
1. Violine: Ljuba Jovanovic (Dozent RMS), 
Takahashi Chizuko; Volha Hanchar; Svetlana Straub
2. Violine : Beate Kleinert ; Alexander Eger ; 
Jonathan Kleinert
Viola: Tobias Röthlin; Irina Baiteriakova
Violoncello: Christophe Corazolla, n.n. 
Kontrabass: Marco Göhre

Stummfilm- und Monitortechnik: Joachim Steinigeweg
Präsentation Zwischentitel: Matthias Delahaye, Raphael Kaets
Lichttechnik: Thomas Roß
Tontechnik: Jan Philipp Knaak (Dozent RMS)
Wilfried Kaets 

absolvierte künstlerische, wissenschaftliche und pädagogische Studien an der Robert-Schumann-Hochschule für Musik und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. 
Dem Konzertexamen im Fach Orgel folgten zahlreiche Kurse und Meisterkurse, vor allem im Bereich der Klavier und Orgelimprovisation (O. Latry, Paris, H. Riethmüller, Berlin, P. Eben, Prag).
Preisträger des Hochschulwettbewerbs Düsseldorf für Orgelliteratur und -improvisation (Gottfried Schreuer Preis). 
Zahlreiche Konzerte im In- und Ausland. Diverse Produktionen (CD, Funk und Fernsehen).



Seit 1986 beschäftigt er sich zudem intensiv mit dem Medium Stummfilm und hat bislang rund 160 Stummfilmvertonungen geschaffen.

Er betreut die historische Welte-Kinoorgel im Filmmuseum Düsseldorf künstlerisch und pflegt Kontakt zu noch lebenden Kinoorganisten. 
Seine Filmmusiken wurden bislang in vielen Kinos (Deutsches Filmmuseum Frankfurt, Filminstitut Dresden, Landesfilminstitut Düsseldorf ...), Kirchen (Bayreuth, Dom St. Eberhard Stuttgart, Münsterkirche Villingen, Marienkirche Leipzig, Rochuskirche Köln, Münsterkirche Konstanz...) und Konzertsälen (u.a. Kölner Philharmonie, Oetkerhalle Bielefeld, Konzerthaus Wien, Theatre de Cappucines Luxemburg, uvam.) aufgeführt.

Kaets ist Mitarbeiter zahlreicher Stummfilmfestivals und -seminare (u.a. Dresden, Essen, Hagen, Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt, ) und hatte von 1992 bis 2001 eine Dozentur für Filmmusik im Fachbereich Medienwissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Er lebt als Musiker und Komponist in Köln und ist als Regionalkantor für das Stadtdekanat Köln tätig. 


Weitere Infos: www.rochuskirche.de


Fotos der Aufführung und von Proben


Weitere Infos:
www.stummfilm-live.de 

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